Gruendungsversammlung des Landesverbandes

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Gründungsversammlung
am 12. November 2005
in Mainz

33570 Kinder erblickten im Jahr 2004 das Licht der Welt in Rheinland-Pfalz; ungefähr 10 % davon als Frühgeborene. Das sind rund 3.300 Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen. Der Anteil der Frühgeborenen unter 32 Schwangerschaftswochen lag bei etwa 1,5 %. Viele dieser Kinder benötigen vor allem in den ersten Wochen intensive medizinische Hilfe, um überhaupt zu überleben. Für die Eltern ist die vorzeitige Geburt ein Schock. Oft ohne jede Vorankündigung mutiert der Traum von der schönsten Zeit des Lebens zum Alptraum. Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten tun ihr Möglichstes. Hilfe erhalten diese Eltern aber oft auch durch andere Eltern, die selbst vergleichbare Erfahrungen gemacht und sich in Selbsthilfe-vereinigungen zusammengeschlossen haben. Sie engagieren sich ehrenamtlich und kümmern sich mit erheblichem Einsatz um Einzelschicksale. Der Öffentlichkeit bleibt ihre Tätigkeit allerdings weitgehend verborgen.

An Grenzen stoßen sie spätestens dann, wenn etwa gesundheits- oder bildungspolitische Barrieren zur Stolperfalle in der weiteren Entwicklung dieser Kinder werden. Zu früh geboren zu sein lässt sich nämlich nicht einfach mit zunehmendem Alter abstreifen. Viele Probleme, etwa Entwicklungsverzögerungen oder Lernstörungen, wachsen sich auch nicht aus, wie manche Experten heute immer noch zu glauben scheinen. Irgendwann stehen Eltern im Kampf um die weitere Entwicklung ihrer Kinder alleine da.
Es war daher an der Zeit, gemeinsame Interessen zu bündeln und vorhandene Strukturen mit dem Ziel der effizienten Interessensvertretung gegenüber der Öffentlichkeit sowie öffentlichen und politischen Institutionen auf Landesebene in Rheinland-Pfalz zu bündeln. Der Landesverband bildet die Plattform für den Zusammenschluss von Einzelpersonen und Selbsthilfegruppen, Ärzten und Therapeuten, einfach allen, denen die Zukunft dieser Kinder am Herzen liegt.

Grußwort Hr Dr. Gaß "Unser Landesverband versteht sich auch als politisches Sprachrohr und wird sich konsequent für Verbesserungen in allen Bereichen einsetzen, die die Situation früh- und risikogeborener Kinder betreffen", stellt Hans-Jürgen Wirthl als Vorstandsvorsitzender des am 12.11.2005 in Mainz gegründeten Landesverbandes heraus. "Die Gründung stellt deshalb einen Meilenstein in der Selbsthilfe für Früh- und Risikogeborene in Rheinland-Pfalz dar."
Grußworte von Dr. Gerald Gaß, Abteilungsleiter
"Gesundheit" im Ministerium für
Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit
Rheinland-Pfalz
Hilfestellung erhält der Landesverband nicht nur vom Bundesverband "Das Frühgeborene Kind" und seinem Frühgeborenen-Informations-Zentrum in Frankfurt, mit dem eine enge Zusammenarbeit gepflegt werden soll. Dr. Gerald Gaß unterstrich als Abteilungsleiter "Gesundheit" im rheinland-pfälzischen Sozialministerium in seinen Grußworten während der Gründungsversammlung die Bedeutung der Selbsthilfe für das Gesundheitswesen und sicherte dem neuen Landesverband ebenfalls Unterstützung zu. Gaß, Mader, Kraus, Wirthl, Grieb
v.l.: Dr. Gerald Gaß, Silke Mader (Bundesverband), Marlen Kraus (Landesverband Baden-Württemberg), Hans-Jürgen Wirthl (Frühstart Mainz), Barbara Grieb (Bundesverband, FIZ)
Rheinland-Pfalz ist nach Baden-Württemberg das zweite Bundesland, in dem sich ein Landesverband für früh- und risikogeborene Kinder formierte. "Ich hoffe, dass andere Bundesländer unserem Beispiel folgen, denn gemeinsam können wir viel mehr erreichen," sagte Wirthl, selbst Vater zweier Frühchen und außerdem noch zweiter Vorsitzender von "Frühstart", dem Verein zur Förderung von Frühgeborenen, kranken Neugeborenen und Risikokindern an der Kinderklinik der Uni Mainz.
Der LV-Vorstand
Der frischgebackene Vorstand des Landesverbandes!
v.l.: Karin Jäkel, Cathrin Schäfer, Andreas Bayer,
Hans-Jürgen Wirthl, Tina Geib, Britta Hardt
Die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder des Landesverbandes bezeichnet Wirthl als echtes Kompetenzteam. Eine Frühchenmutter und zwei Frühchenväter, eine Kinderkrankenpflegerin, eine Ärztin und eine Biologin sind darin vertreten. "Viel Arbeit liegt vor uns, gerade in Zeiten des gesundheits-, sozial- und bildungspolitischen Wandels, aber wir sind bestens motiviert", betont Wirthl. Alle Interessierten sind herzlich aufgerufen, sich mit dem neuen Landesverband unter der Telefonnummer 06134/21865 in Verbindung zu setzen.
up!

Links und Downloads

Presseerklärung
(pdf, 63 KB)

Satzung (pdf, 14 KB)

Gemeinnützigkeit und Mitgliedschaft im BV "Das frühgeborene Kind" e.V.


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